Inhaltsangabe:
Es ist spät, die Straßen sind leer. Doch plötzlich spürt sie es – das beängstigende Gefühl, verfolgt zu werden. Ein Schatten kommt immer näher, dann sticht er zu. Brutal. Ohne Warnung. Die Polizei findet die Leiche, aber keine Spur vom Täter. Emmy ist fassungslos – das Opfer war eine Kollegin aus dem Start-up, in dem sie erst vor Kurzem angefangen hat. Als eine Online-Bewegung unter #meinheimweg viral geht, reagiert ihr Chef schnell: mit einer App, die den Heimweg von Frauen sicherer machen soll. Doch nach einem zweiten Mord findet sich Emmy plötzlich im Fadenkreuz einer gefährlichen Jagd nach der Wahrheit – bereit, alles zu riskieren.
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Welche Frau kennt es nicht? Wir waren auf einer Party, im Kino, bei einer Freundin. Es ist spät geworden und nun steht der Heimweg bevor. Allein, im Dunkeln. Der Gedanke löst bei vielen ein Angstgefühl aus. Wie dankbar war ich, als der Taxifahrer vor der Hofeinfahrt in Berlin einfach stehen geblieben ist und darauf gewartet hat, dass ich sicher die Tür hinter mir geschlossen habe. Dieses Glück hatten Alana und Sophie in Hanna Essings Thriller „Dein Heimweg“ nicht. Denn sie bezahlen diesen Weg mit ihrem Leben.
Als an Emmys erstem Tag ihre neue Kollegin Alana nach Feierabend auf dem Firmenparkplatz ermordet wird, ist sie geschockt, denkt aber eher an einen unglücklichen Zufall. Zwei Monate später wird eine weitere Kollegin Opfer eines tödlichen Überfalls, ebenfalls auf dem Heimweg. Als Emmys Chef Aaron daraufhin mit einer App den Markt flutet, die den Heimweg für Frauen sicherer machen soll, und er aus der Situation Profit zu schlagen scheint, beginnt Emmy zu zweifeln. Sie recherchiert auf eigene Faust und riskiert dabei bald ihr Leben.
Sprachlich konnte mich Essing leider nicht immer überzeugen. Ehrlicherweise hat mich der Prolog dahingehend sogar im ersten Moment eher abgeschreckt. Für meinen Geschmack schreibt sie hier etwas zu weich und blumig. Aber dieser Eindruck bestätigt sich beim Lesen dann nicht weiter, auch wenn es mich einige Zeit gekostet hat, so richtig ins Geschehen einzusteigen.
Auch mit der Ich-Erzähler-Perspektive kann ich leider eher weniger anfangen. Das ist aber eine rein persönliche Vorliebe und tut der Story keinen Abbruch, denn eigentlich spiegelt sich darin erst richtig, mit welcher Angst Emmy stellvertretend für viele Frauen kämpfen muss.
Wirklich eindrücklich und realistisch sind besonders die zwischen den Kapiteln eingeworfenen Kommentare von Social-Media-Nutzerinnen, die ihre Erfahrungen mit der App beziehungsweise Erlebnisse auf ihrem Heimweg teilen.
Alles in allem liefert Hannah Essing einen guten Thriller, der vor allem Frauen einen unangenehmen Schauer über den Rücken jagen wird. Ich für meinen Teil habe Emmys Angst das ein oder andere Mal gefühlt!
Die Autorin schafft es, schnell eine Spannung aufzubauen, die sie dann auch auf hohem Maß hält und in einem gelungenen Twist zum Schluss noch einmal auf die Spitze treibt. Bis zuletzt war mir nicht klar, wer die Morde begangen hat und warum.
Persönliches Fazit: „Mein Heimweg“ ist ein gelungener Thriller, den man (mit einigen Startschwierigkeiten) gut wegsuchten kann. Vor allem aber greift Essing ein wichtiges Thema auf. Vielen ist wahrscheinlich nicht bewusst, wie unwohl sich Frauen oft allein im Dunkeln fühlen. Dabei ist es ein Leichtes, beispielsweise die Straßenseite zu wechseln. Von mir gibt es alles in allem eine Leseempfehlung!
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Bibliografie:
Autorin: Hannah Essing
Verlag: ullstein
ISBN: 978-3-548-07026-1
Reihe: -
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 27.03. / 01.03.2025
Seitenanzahl: 304
Format: Print: 13,99 € / E-Book: 4,99 €
Leseprobe: -
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Franzi
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © ullstein Verlag
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