Inhaltsangabe:
Stockholm, 1996: Ein Gefangenentransport wird überfallen und ein berüchtigter Neonazi befreit. Ermittler Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines älteren Bruders an den Tatort gerufen. Als er hört, wer entflohen ist, schnürt es ihm die Kehle zu. Die beiden teilen eine Geschichte, die tief in den Schatten der Vergangenheit verwurzelt ist. Journalistin Vera Berg, die in die Online-Redaktion strafversetzt wurde, wittert ihre Chance, um es zurück auf die Titelseiten zu schaffen. Als sie den Flüchtigen erschossen im Wald findet, wird klar: Hinter dieser Befreiung steckt mehr als alle ahnen – und im Dunkel der Nacht beginnt ein Spiel um Leben und Tod.
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Ein altbekannter Neonazi wird bei einem Gefangenentransport befreit – für die Journalistin Vera Berg zunächst eine brisante Story. Doch schnell zeigt sich, dass hinter dem Ausbruch weit mehr steckt als ein einzelnes Verbrechen. Unabhängig voneinander geraten Vera und der Polizist Tomas Wolf in ein gefährliches Geflecht aus rechter Gewalt, politischen Abgründen und persönlichen Verstrickungen, das sie nur gemeinsam durchbrechen können.
Zitat S. 7:
„Olof Possner kratzte sich an dem schwarzen Hakenkreuz auf seinem Unterarm. Seine Handschellen klirrten.
‚Wie lange fahren wir noch?‘
Die Frage galt der JVA-Beamtin am Steuer.
‚Eine Weile.‘
Die Antwort kam von ihrem Kollegen auf dem Beifahrersitz. Conny Eriksson war ein Sympathisant, der ihm in der JVA Norrtälje Vergünstigungen verschafft, Briefe an Freunde und Frauen rausgeschmuggelt hatte. In Österåker würde es auch Kameraden geben, die den Kampf der nationalen Bewegung gegen Rassenmischung und die jüdische Weltverschwörung unterstützten.“
Das Zitat macht deutlich, wie schonungslos Schattenspiele die ideologischen Abgründe der Neonazi-Szene und ihre Verbindungen bis in staatliche Strukturen hinein schildert. Die Bedrohung wirkt dadurch beängstigend real und allgegenwärtig.
Als dritter Band der Reihe um Tomas Wolf und Vera Berg führt der Roman erneut ins Schweden der 1990er-Jahre. Die fiktive Handlung wird eng mit realen politischen und historischen Ereignissen verwoben, was dem Kriminalroman eine große gesellschaftliche Tiefe und Authentizität verleiht.
Im Mittelpunkt steht Tomas Wolf, ein zutiefst ambivalenter Protagonist. Geprägt vom Bosnienkrieg und seiner Vergangenheit in der Neonazi-Szene leidet er an einer posttraumatischen Belastungsstörung und ist weit entfernt vom klassischen Ermittlerhelden. Gerade seine innere Zerrissenheit macht ihn zu einer faszinierenden Figur. Auch Vera Berg überzeugt als glaubwürdige Journalistin mit eigenen inneren Konflikten und moralischen Zweifeln.
Beide Figuren bewegen sich konsequent in moralischen Grauzonen. Der zunächst scheinbar einfache Gefangenenausbruch entwickelt sich zu einem hochkomplexen und bedrohlichen Szenario, dessen Ausmaß lange verborgen bleibt. Tomas und Vera riskieren alles, um eine drohende Katastrophe zu verhindern – beruflich wie privat.
Persönliches Fazit: Schattenspiele ist ein düsterer, vielschichtiger Kriminalroman, der Spannung mit psychologischer Tiefe und politischer Brisanz verbindet. Fans der Reihe werden erneut gefesselt; für Neueinsteiger empfiehlt sich das Lesen der vorherigen Bände.
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Bibliografie:
Autoren: Pascal Engman, Johannes Selåker
Verlag: ullstein
ISBN: 9783910522442
Reihe: Wolf und Berg ermitteln (Band 3)
Genre: Kriminalroman
Erscheinungsdatum: 02.01.2026
Seitenanzahl: 448
Format: Print: 17,99 € / E-Book: 9,99 €
Leseprobe: -
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Daniela
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © ullstein

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