Eine Ermittlerin, die mutig durch die Zeit reist
Inhaltsangabe:
Kriminalbeamtin Ali Dawson führt alles andere als ein normales Leben. Sie ist gerade fünfzig geworden, alleinerziehende Mutter eines erwachsenen Sohnes und Teil einer geheimen Ermittlungseinheit, die in der Zeit zurückreist, um alte Morde aufzuklären. Für gewöhnlich liegen die nur wenige Jahre zurück, doch bei ihrem neusten Fall ist alles anders: Im Auftrag des Justizministers und Tory-Abgeordneten Isaac Templeton reist sie ins Viktorianische Zeitalter. Dort soll sie den Namen von Templetons exzentrischem Ururgroßvater reinwaschen. Der war Gerüchten zufolge Mitglied eines zwielichtigen Männerzirkels. Die Aufnahmebedingung: der Mord an einer Frau. Während Ali in der Vergangenheit ermittelt und dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, geschieht in der Gegenwart ein weiterer Mord. Und in den Fokus der Ermittlungen gerät ausgerechnet Alis Sohn.
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Im Mittelpunkt steht Ali Dawson: fünfzig, taff, alleinerziehende Mutter eines erwachsenen Sohnes. Und Mitglied einer streng geheimen Londoner Spezialeinheit, die Cold Cases nicht nur neu aufrollt, sondern sie direkt vor Ort überprüft. Möglich macht das eine brillante Physikerin mit Hang zum Risiko und ein ziemlich wackeliges Zeitreise-Protokoll. Was als Ausflug ein paar Jahre zurück begann, katapultiert Ali nun mitten ins Jahr 1850. Korsett statt Lederjacke, Kutschengeratter statt Großstadtlärm.
Der Auftrag kommt von ganz oben: Ein ehrgeiziger Minister will den dunklen Schatten von seinem Stammbaum wischen lassen. Sein exzentrischer Vorfahr soll Teil eines obskuren Männerzirkels gewesen sein, die Aufnahmeprüfung offenbar tödlich. Ali soll klären, was wirklich geschah. Klingt nach Routine, wäre da nicht das viktorianische London mit all seinen gesellschaftlichen Abgründen, merkwürdigen Sammlern, moralischen Doppelmessern und der Tatsache, dass Ali plötzlich länger feststeckt als geplant.
Gerade dieser Kulturschock macht den Reiz aus. Durch Alis moderne Perspektive wirken die Lebensumstände des 19. Jahrhunderts rau, fremd und erstaunlich gefährlich. Die Autorin spielt gekonnt mit zwei Zeitebenen, legt falsche Fährten und lässt Figuren auftreten, die sich nie ganz in die Karten schauen lassen. Anfangs nimmt sich die Geschichte Zeit, um Welt und Konzept zu entfalten, vielleicht einen Tick zu viel. Doch sobald in der Gegenwart ein weiterer Mord geschieht und ausgerechnet Alis Sohn ins Visier gerät, zieht das Tempo spürbar an. Plötzlich geht es nicht mehr nur um historische Wahrheit, sondern um alles.
Der Mix aus Krimi, Zeitreise und historischem Setting ist originell und atmosphärisch dicht. Nicht jede Wendung sitzt perfekt, und das Finale kommt etwas abrupt um die Ecke, mit ein paar offenen Fragen im Gepäck.
Persönliches Fazit: Mit ihrer neuen Reihe schlägt Elly Griffiths ein ganz anderes Kapitel auf als in ihren bekannten Ruth-Galloway-Reihe. Statt Küstenarchäologie gibt’s hier Zeitportale, viktorianische Geheimbünde und eine Ermittlerin, die zwischen zwei Jahrhunderten pendelt. Ein solider Auftakt mit einem Ermittlerteam, das seine Vergangenheit noch lange nicht hinter sich hat.
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Bibliografie:
Autorin: Elly Griffiths
Verlag: Tropen
ISBN: 978-3608502954
Reihe: Band 1
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: 18.10.2025
Seitenanzahl: 352
Format: Print: 17,00 € / E-Book: 13,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Sabrina
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Tropen Verlag

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