17. April 2026

Meike Dannenberg - Gefährlicher Besuch


 
Wie weit würdest du gehen, um jemandem zu helfen

Inhaltsangabe:

Ein Jahr nach den albtraumhaften Ereignissen in Bremen hofft die Gynäkologin Dr. Eva Mares auf Ruhe. Doch der Neuanfang auf dem Land steht unter keinem guten Stern: Ihre Tochter zieht sich zurück, das Geld wird knapp, die Ehe ist angespannt. Dann stehen eines Nachts ein fremder Mann und seine hochschwangere Tochter Nina vor Evas Tür, es geht ihr nicht gut. Eva untersucht die Schwangere und kann Entwarnung geben, doch Nina hinterlässt ihr eine Botschaft auf dem Spiegel im Gästebad, in der sie um Hilfe bittet. Am nächsten Tag sind die beiden verschwunden. Während die Polizei einen alten Vermisstenfall untersucht, folgt Eva einer eigenen Spur und gerät in ein Netz aus Angst, Gewalt und Lügen ...
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Schon nach wenigen Seiten zog mich dieses Buch in eine düstere, beklemmende Welt, in der nichts so ruhig ist, wie es scheint. Ein Neuanfang auf dem Land – das klingt nach Hoffnung, nach Heilung. Doch ich spürte schnell: Hier liegt etwas in der Luft. Etwas Unausgesprochenes. Etwas, das sich langsam, aber unaufhaltsam zusammenzieht wie eine Schlinge.

Als mitten in der Nacht diese Fremden auftauchen, war für mich sofort klar: Das ist kein Zufall. Und als diese stumme, verzweifelte Botschaft auftaucht, hatte ich ein unangenehmes Ziehen im Magen – das Wissen, dass hier etwas Gewaltiges ins Rollen kommt. Von da an begann für mich ein Sog, der mich immer tiefer hineinriss in ein Geflecht aus Angst, Lügen und menschlichen Abgründen.

Was mich zudem gepackt hat, war diese unterschwellige Bedrohung. Immer wieder Perspektivwechsel – Eva, die Ermittlerinnen, dann wieder diese anonyme „Sie“. Ebenjene Passagen haben meinen Puls ordentlich hochgetrieben. Aber ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nicht auch sagen würde: Es war ein holpriger Weg dorthin. Denn erst im letzten Drittel zog die Geschichte plötzlich an – als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Auf einmal ergab alles Sinn. Die losen Fäden verknüpften sich, die Spannung explodierte förmlich, und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Genau dort hat mich der Thriller voll erwischt.

Die Figuren – allen voran Eva – blieben für mich lange auf Distanz. Ich wollte mitfühlen, wollte verstehen, doch irgendetwas hielt mich zurück. Sie waren da, handelten, litten, und trotzdem blieb eine gewisse Leere. Vielleicht lag es auch daran, dass ständig Schatten aus der Vergangenheit aufblitzten, ohne dass ich sie ganz greifen konnte. So blieb ich am Ende zwiegespalten zurück: Einerseits erschöpft von der Intensität, andererseits beeindruckt von dem Mut, solche Themen so schonungslos in einen Thriller zu verweben.

Persönliches Fazit: Ich hatte das Gefühl, dieses Buch lässt mir kaum Luft zum Atmen. Besonders stark fand ich, wie kompromisslos hier Themen behandelt werden, die wehtun: Gewalt, Angst, Abhängigkeit, gesellschaftliches Wegsehen. Das ist nichts, was man „nebenbei“ liest. Es ist unangenehm, manchmal fast zu viel, aber genau deshalb so wichtig.
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Bibliografie:

Autorin: Meike Dannenberg
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3404196630
Reihe: Band 2
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 30.03.2026
Seitenanzahl: 288
Format: Print: 12,99 € / E-Book: 9,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja

Rezension: © RO, Sabrina
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Bastei Lübbe


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