Andreas Michels - Acht

Würdest du besondere Fähigkeiten haben wollen, auch wenn sie dich in die Isolation treiben würden?

Inhaltsangabe:

„Sie bezeichnen sich als Magier, ich aber nenne sie Monster.“ Ein Entrümpelungsjob in einer verlassenen Villa endet für den notorischen Pechvogel Alex Richter mit dem Erwachen im Krankenhaus. Kaum entlassen, beginnt ihm sein Leben mehr und mehr zu entgleiten, bis er kaum noch zwischen Realität und Einbildung unterscheiden kann. Gefangen in einem blutigen Albtraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint, muss Alex realisieren, dass manche Geheimnisse aus der Vergangenheit besser vergessen bleiben sollten.
__________________

Die in schnörkelloser Sprache gehaltene Geschichte gibt dem Leser zu Beginn einen Eindruck von der Hauptperson Alex. Dieser ist ein ehemaliger Student, der sein Geschichtsstudium abgebrochen hat und seitdem ruderlos durch sein Leben treibt. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, unter anderem hilft er öfters einer Entrümpelungsfirma beim Ausräumen. Sein aktueller Auftrag führt ihn und seinen Chef in eine verlassene Villa, in der er einen verborgenen Raum entdeckt. Neben historischen Schätzen stoßen sie dort auch auf eine wie Schneewittchen aufgebahrte Frauenleiche. Noch bevor die Polizei eintrifft, werden Alex und sein Chef niedergeschlagen und ein Großteil der Beute entschwindet. Doch Alex' Blut kommt zuvor mit diversen Artefakten in Berührung. Damit beginnt sich sein Leben gnadenlos zu verändern - und nicht nur sein Leben, sondern auch er selbst.

Dass Alex nicht mehr der ist, der er vorher war, wird einem durch subtile kleine Hinweise vor Augen geführt. Durch seine Antriebslosigkeit, was die Zukunft seines Lebens angeht, war er nie die ausgeglichenste Person, doch seitdem wird er zunehmend aggressiver, wütender, unnahbarer. Dass er sich mehrfach an Orten wiederfindet, zu denen er nicht bewusst gegangen ist, beruhigt seinen Gemütszustand verständlicherweise nicht. Einen Rückhalt findet er in gewisser Weise eine Zeit lang bei seinem ehemaligen Professor, der für mich als am besten ausgearbeiteter Charakter herüberkommt. Für eine humoröse Brise sorgt sein kurzweiliger Begleiter Hiko, mit dem er sich des Öfteren Wortgefechte liefert.

„Magier? Bitte was? Du meinst schon die Herrschaften mit Rauschebart, spitzem Hut und Vorliebe für knorrige Gehstöcke?“ (Pos. 4131)

Während das Cover perfekt zum Auslöser des Ganzen passt, ging mir der Großteil der Geschichte deutlich zu träge los. Bis der Leser ansatzweise erfährt, was Sache ist, ist etwas mehr als die Hälfte gelesen. Bis das Stichwort Magier fällt, welches mir vom Buchrücken am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind wir an über siebzig Prozent des Werkes vorbeigerauscht, und selbst dann ist von der Mystik noch nichts zu merken. Doch auf den letzten paar Seiten nimmt das Tempo plötzlich immens zu, es werden mehr und mehr Rätsel aufgedeckt und überraschende Wendungen sorgen für einen unerwarteten Sog!

Insgesamt sollte man sich vor dem Lesen klarmachen, dass man eher auf ein Fantasybuch mit historisch-kulturellen Themen statt auf einen Thriller trifft. Ich bin mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen. Dadurch habe ich mich schwergetan, mich vom Buch mitreißen zu lassen. Dass das Buch doch recht träge gestartet ist, hat nicht zum Positiven beigetragen. Letztendlich bin ich aber froh, es beendet zu haben, sonst wären mir so manch interessante und überraschende Wendungen durch die Lappen gegangen.

Persönliches Fazit: Wer Bücher mit gemütlichem Starttempo mag und zudem Fantasyelementen nicht abgeneigt ist, der wird seine Freude an diesem Buch finden. Hier lohnt sich das Durchhalten definitiv!
__________________

Bibliografie:

Autor: Andreas Michels
ISBN: 978-3-947865-2
Reihe: -
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 15.03.2021
Seitenanzahl: 440
Format: Print: 14,99 € / E-Book: 4,99 €
Leseprobe: -
Leseexemplar: Ja

Rezension: © RO, Darren
Cover Original: © Gegenstromschwimmer
Grafik: © RO, Darren

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Danke für deine Nachricht!