Mara Andeck - Das Schneeflockenmädchen

Ein wunderbarer Wohlfühlroman über die Magie des gesprochenen Wortes
 
Inhaltsangabe:

Die perfekte Lektüre für kalte Wintertage – so herzerwärmend und romantisch wie »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«

Rothenburg ob der Tauber, Dezember 1925. Marie zieht als Märchenerzählerin mit einem Pferdewagen von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt. Sie besitzt nur wenig, doch sie gibt viel: Den Bauersleuten, die ihr Kost und Logis gewähren, und den Kindern in den Dörfern schenkt sie mit ihren Geschichten Mut und Hoffnung. Ist das Zauberei? Haben die uralten Märchen heilende Kräfte? Der junge Zuckerwatteverkäufer Carl will mehr über Marie herausfinden. Er folgt ihr durch die tief verschneite Winterlandschaft – und verliert schon bald sein Herz an sie ...
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Es gibt Bücher, die liest man nicht einfach nur; man hüllt sich in sie ein wie in eine warme Decke, während draußen der Sturm tobt. Mara Andecks Roman ist genau solch ein Zufluchtsort – ein modernes Wintermärchen, das nach Zimt, Zuckerwatte und längst vergangenen Zeiten duftet.

Wir schreiben das Jahr 1925, eine Epoche zwischen den Kriegen, in der die Menschen hungrig sind – nicht nur nach Brot, sondern nach Hoffnung. In dieser rauen, klirrend kalten Welt von Rothenburg ob der Tauber begegnen wir Marie. Sie ist eine Reisende, eine mittellose Wanderin, die mit ihrem Pferdewagen durch den tiefen Schnee zieht. Doch Marie trägt einen Schatz in sich, der wertvoller ist als Gold: Sie ist eine Hüterin der alten Erzählungen.

Wo immer sie auftaucht, geschieht das Unmögliche. Ihre Worte scheinen die Kälte zu vertreiben und legen sich wie Balsam auf die verletzten Seelen der Kinder und Bauersleute. Ist es bloße Fantasie? Oder wirkt hier tatsächlich eine uralte, heilende Magie, die wir in unserer modernen Welt längst vergessen haben? Diese Frage schwebt wie feiner Puderzucker über jeder Seite und verleiht der Geschichte eine mystische, fast schon spirituelle Spannung.

Und dann ist da Carl. Fasziniert von der geheimnisvollen Aura der Märchenerzählerin, lässt der junge Zuckerwatteverkäufer sein eigenes Leben hinter sich. Er folgt ihrer Spur durch die weiße Unendlichkeit der Winterlandschaft, getrieben von einer Neugier, die unaufhaltsam zu einer tiefen, rettungslosen Liebe wächst. Es ist eine zarte Verfolgungsjagd der Herzen, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat.

Mara Andeck schreibt dabei nicht einfach Sätze, sie malt Bilder. Man hört förmlich das Knirschen des Schnees unter den Stiefeln, sieht das Flackern der Laternen auf den Weihnachtsmärkten und spürt die beißende Kälte, die nur durch die Wärme der Menschlichkeit gelindert wird. Ihr Stil ist federleicht und doch von einer tiefsinnigen Melancholie durchzogen, die perfekt zu dieser bildgewaltigen Kulisse passt.

Für mich, da ich mit den Geschichten der Brüder Grimm aufgewachsen bin, war dieses Buch eine Offenbarung. Es ist wie eine Tasse heiße Schokolade für die Seele – süß, wärmend, aber mit einer dunklen, kräftigen Note.

Persönliches Fazit: „Das Schneeflockenmädchen“ ist ein atmosphärisches Juwel, das die Grenzen zwischen Realität und Märchen verschwimmen lässt. Wer sich nach Romantik, Nostalgie und dem Glauben an das Gute sehnt, wird hier sein Herz verlieren. Ein absolutes Muss für kalte Wintertage.
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Bibliografie:

Autorin: Mara Andeck
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-49636-5
Reihe: -
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 17.09.2025
Seitenanzahl: 352
Format: Print: 13,00 € / E-Book: 9,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja

Rezension: © RO, Julie
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Goldmann Verlag
 
 
 

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