Inhaltsangabe:
Eine einsame Landstraße in Cornwall, dunkel und neblig. Ben und seine Frau Abi
sind auf dem Heimweg. Plötzlich taucht ein Mann vor ihnen auf, den Abi fast
überfährt. Statt anzuhalten, fahren sie weiter. Auch als sie ein
liegengebliebenes Auto sehen, sagt ihr Instinkt Abi immer noch, dass sie
einfach weiterfahren soll. Aber dann bemerkt sie eine Frau mit Babyschale im
Arm. Auf keinen Fall können sie eine Mutter und ihr Kind hilflos am Straßenrand
stehen lassen. Also nehmen sie die Familie mit. Was sich als großer Fehler
herausstellen wird …
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Schon der Blick auf den Klappentext ließ mich spüren, dass diese Fahrt kein
gemütlicher Ausflug werden würde. Und ich sollte recht behalten! Kaum hatte ich
die ersten Seiten gelesen, saß ich gedanklich mit auf dem Beifahrersitz, die
Dunkelheit draußen, den Nebel vor der Windschutzscheibe und dieses leise
Unbehagen im Nacken.
Ein Thriller, der sich fast vollständig in einem Auto abspielt? Klingt minimalistisch – ist aber maximal beklemmend. Was mit einem kurzen Zögern auf einer einsamen Straße beginnt, kippt erschreckend schnell in eine Situation, aus der es kein Zurück mehr gibt. Aus einem spontanen Akt der Hilfsbereitschaft wird ein Albtraum auf engstem Raum, bei dem jede Entscheidung falsch und jedes Wort zu viel scheint. Mehr Kulisse braucht es nicht. Das Auto wird zur Falle, zur Bühne und zum nervenzerreißenden Zentrum der Handlung.
Erzählt wird alles aus Abis Perspektive und gerade das macht die Geschichte so intensiv. Abi trägt noch schwer an einem Verlust, der sie geprägt hat, und wirkt dadurch verletzlich, aber gleichzeitig unglaublich nahbar. Man fühlt ihre Zweifel, ihre Angst, ihren Wunsch, einfach das Richtige zu tun.
Ben, ihr Mann, steht ihr zur Seite, so gut er kann. Sympathisch, rational, vielleicht einen Tick zu vertrauensselig – und genau diese Eigenschaft bringt die beiden unaufhaltsam in immer größere Gefahr.
Parallel dazu öffnen sich Stück für Stück Einblicke in das Leben der beiden Fremden, die sie aufnehmen. Diese Rückblicke sind kein Beiwerk, sondern ein essenzieller Teil der Spannung. Sie verändern den Blick auf das Geschehen, verschieben Grenzen und lassen einen ständig neu bewerten, wem man eigentlich trauen kann – oder ob das überhaupt noch möglich ist.
Der Plot zieht gnadenlos an, ohne je zu hetzen. Der Schreibstil ist schnell, eindringlich und hypnotisch. Die Spannung ist so dicht, dass man sie fast hören kann, wie das Knacken der Stille zwischen zwei Atemzügen. Und dann dieses Ende: hart, überraschend und mit einer Wucht, die einen schier umhaut. Eine Fahrt, die man so schnell nicht vergisst.
Persönliches Fazit: Ewan versteht es meisterhaft, seine Leser in diesem begrenzten Raum gefangen zu halten. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich selbst Teil dieser Fahrt, unfähig auszusteigen, unfähig wegzusehen. Clever konstruierter Plot!
Bibliografie:
Erscheinungsdatum: 11.02.2026
Seitenanzahl: 448
Format: Print: 17,00 € / E-Book: 12,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja
Seitenanzahl: 448
Format: Print: 17,00 € / E-Book: 12,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Julie
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Blanvalet Verlag

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