Caroline Seibt - Weil sie lügt


Zwei Schwestern – eine Wahrheit

Inhaltsangabe:

Juli ist weg.

Die Polizei ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Der Hauptverdächtige: Ausgerechnet ihr eigener Vater. Während die Familie unter den Anschuldigungen zerbricht, versucht Julis jüngere Schwester Anna stark zu sein – für ihre Eltern, die an der Trauer ersticken. Vor allem aber für ihren kleinen Bruder, der noch nicht begreift, dass Juli nie mehr zurückkommen wird. Als die Ermittlungen kurz vor dem Durchbruch stehen, muss Anna sich eingestehen, dass der Albtraum für ihre Familie noch nicht vorbei ist.

Er hat gerade erst angefangen.
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Dieses Buch beginnt leise, beinahe unscheinbar und genau das macht den Einstieg so gefährlich. Denn kaum glaubt man, die zerrissene Familie rund um die verschwundene Juli verstanden zu haben, zieht einen die Geschichte immer tiefer in einen Strudel aus Misstrauen, verdrängten Erinnerungen und dunklen Geheimnissen. Seite für Seite wächst das beklemmende Gefühl, dass hier niemand die ganze Wahrheit sagt. Vielleicht nicht einmal diejenigen, die verzweifelt nach ihr suchen.

Im Mittelpunkt steht Anna, die plötzlich viel zu schnell erwachsen werden muss. Während die Anschuldigungen gegen ihren Vater die Familie zerbrechen lassen und ihre Mutter kaum noch Halt findet, versucht Anna verzweifelt, wenigstens für ihren kleinen Bruder stark zu bleiben. Gerade diese Mischung aus Überforderung, Stärke und Verletzlichkeit macht sie unglaublich greifbar. Man leidet mit ihr, zweifelt mit ihr, und irgendwann beginnt man sich zu fragen, ob Anna vielleicht selbst mehr weiß, als sie zugibt.

Besonders spannend ist der Perspektivwechsel zwischen Anna und der Ermittlerin Katharina. Zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: hier die junge Schwester, die versucht, ihre Familie vor dem völligen Zusammenbruch zu retten, dort die entschlossene Kommissarin, die alte Fehler korrigieren und endlich die Wahrheit ans Licht bringen will. Durch diese wechselnden Blickwinkel entsteht ein Sog, der die Handlung permanent vorantreibt. Kaum glaubt man, ein Puzzlestück richtig eingeordnet zu haben, reißt die nächste Wendung alles wieder ein.

Und genau darin liegt die große Stärke des Thrillers: Dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas Entscheidendes verborgen bleibt. Die Figuren wirken dabei nie überzeichnet, sondern erschreckend echt - mit Fehlern, Ängsten und Geheimnissen, die sich erst nach und nach offenbaren. Die Autorin versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen, ohne künstlich zu wirken. Statt billiger Schockmomente entwickelt sich die Spannung ganz natürlich, wird von Kapitel zu Kapitel intensiver und gipfelt schließlich in Twists, die einen völlig unvorbereitet treffen.

Dazu kommt ein unglaublich flüssiger Schreibstil: kurze Kapitel, gemeine Cliffhanger und eine Atmosphäre, die einen praktisch durch die Seiten jagt. Aus „nur noch ein Kapitel“ wird ganz schnell eine halbe Nacht. Und selbst wenn man irgendwann glaubt, die Wahrheit endlich erkannt zu haben, schlägt die Geschichte noch einmal gnadenlos zu. BÄMM! Genau so lieb ich das!

Persönliches Fazit: „Weil sie lügt“ ist ein Thriller, der nicht nur spannend, sondern auch emotional unter die Haut geht. Er ist düster, fesselnd und voller Überraschungen.
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Bibliografie:

Autorin: Caroline Seibt
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3426567005
Reihe: -
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 01.06.2026
Seitenanzahl: 384
Format: Print: 16,99 € / E-Book: 4,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja

Rezension: © RO, Julie
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Droemer Verlag

 

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