Inhaltsangabe:
Serienmörder Edward sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis - und ist nun bereit, auch jene Morde zu gestehen, die ihm nie nachgewiesen werden konnten. Aber er besteht darauf, nur mit seiner Ex-Frau Maggie zu sprechen. Nachdem diese endlich wieder ein halbwegs normales Leben führt, will sie jedoch mit Edward nichts mehr zu tun haben. Aber die Ermittler stehen unter Druck und überreden Maggie zu einem Treffen. Während ihrer Besuche redet Edward jedoch nur über ihre Ehe und ihre Söhne und lässt Maggie dabei mit mehr Fragen über die gemeinsame Vergangenheit zurück, als ihr lieb ist. Langsam dämmert ihr, dass Edwards letzte Enthüllung eine sein könnte, die sie lieber nie hören würde ...
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Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Die Ausgangslage klang einfach zu gut: ein berüchtigter Serienmörder, der nach Jahrzehnten hinter Gittern plötzlich mehr erzählen will. Allerdings nur seiner Ex-Frau. Da war ich sofort angefixt. Ich habe mich auf psychologische Abgründe, bedrückende Gespräche und einen Nervenkitzel gefreut, der sich langsam zuspitzt. Bekommen habe ich… erstaunlich wenig.
Mit Maggie bin ich einfach nicht warm geworden. Vielleicht war sie mir zu passiv, vielleicht zu naiv – oder vielleicht hatte sie einfach diese seltsam distanzierte Art, bei der ich nie wusste, woran ich eigentlich bin. Ihre Entscheidungen wirkten oft merkwürdig auf mich, und auch ihr Verhältnis zu ihren Söhnen fühlte sich die ganze Zeit irgendwie befremdlich an. Eigentlich hing über ihrem kompletten Leben so ein seltsamer Schleier, den ich weder spannend fand noch emotional greifen konnte.
Dabei verbringen wir fast das ganze Buch mit Maggie. Alltag, Suppenküche, stille Momente zu Hause, zähe Gespräche mit den Söhnen und natürlich die Besuche im Gefängnis bei ihrem todkranken Ex-Mann. Genau dort hätte für mich die große Spannung entstehen müssen. Stattdessen drehen sich die Gespräche gefühlt ständig im Kreis. Immer wieder Andeutungen, immer wieder dieses kryptische Gerede über die Vergangenheit, aber ohne echte Dynamik oder neue Erkenntnisse. Ich habe irgendwann nur noch darauf gewartet, dass endlich irgendetwas passiert.
Und das ist leider das größte Problem: Die Geschichte fühlt sich über weite Strecken unglaublich leblos an. Der Spannungsbogen ist praktisch nicht vorhanden. Obwohl permanent dieses düstere Geheimnis im Raum steht, verpufft die Atmosphäre immer wieder im Nichts. Ich hatte das Gefühl, das Buch will intensiv und beklemmend sein, traut sich aber nie, wirklich abzuliefern.
Der Schreibstil selbst liest sich zwar angenehm flüssig, aber das allein reicht für mich nicht aus. Vor allem nicht bei einem Thriller, der von seinen Enthüllungen und seiner psychologischen Spannung leben sollte. Und dann kam die Auflösung… leider genauso ernüchternd wie befürchtet. Für mich war vieles vorhersehbar und der große Knall, auf den alles hinauslaufen sollte, hat mich komplett kalt gelassen. Sehr schade.
Persönliches Fazit: Ein Thriller mit starker Grundidee, der für mich leider nie die Spannung entfalten konnte, die er versprochen hat. Flüssig geschrieben, aber emotional distanziert, vorhersehbar und über weite Strecken erstaunlich ereignislos.
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Bibliografie:
Autorin: Charlotte Barnes
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3751789875
Reihe: -
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 29.06.2026
Seitenanzahl: 320
Format: Print: 14,00 € / E-Book: 12,99 €
Leseprobe: -
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Julie
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Bastei Lübbe

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