Inhaltsangabe:
Als Cora die Geburtstagsparty ihrer Schwester verlässt, erwartet sie höchstens einen schlimmen Kater. Womit sie nicht rechnet, ist ein gestohlenes Portemonnaie und dass ausgerechnet Dean, der unausstehliche Verlobte ihrer Schwester, sie nach Hause fahren muss. Womit sie auch nicht rechnet, ist, nach einem Unfall an Dean gefesselt im Keller eines Fremden aufzuwachen. Cora und Dean müssen sich gemeinsam ihrem schlimmsten Albtraum stellen. Diese traumatische Erfahrung wird ihnen alles abverlangen – sie wird die Grenzen zwischen Hass und Liebe nachhaltig verwischen und sie beide mehr aneinanderbinden, als Ketten es je vermochten …
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Jennifer Hartmann wirft ihre Leser ohne lange Vorwarnung in eine Geschichte, die gleichermaßen verstört, fesselt und emotional erschöpft. Schon nach wenigen Seiten entwickelt sich eine beklemmende Atmosphäre, die kaum Raum zum Durchatmen lässt. Was zunächst wie eine unglückliche Verkettung von Ereignissen beginnt, entwickelt sich zu einem Albtraum, dessen wahre Auswirkungen erst lange danach sichtbar werden.
Besonders beeindruckend ist, dass die Autorin den Fokus nicht ausschließlich auf das traumatische Geschehen legt, sondern vor allem auf das, was danach folgt. Der eigentliche Kern der Geschichte ist die Verarbeitung des Erlebten. Ein langsamer, schmerzhafter Weg, auf dem Hoffnung und Verzweiflung oft nur einen schmalen Grat voneinander trennen. Gerade diese Nachwirkungen verleihen dem Roman seine emotionale Wucht und unterscheiden ihn von vielen anderen Büchern des Genres.
Durch den Perspektivwechsel zwischen Cora und Dean entsteht eine intensive Nähe zu beiden Figuren. Anfangs verbindet sie wenig mehr als gegenseitige Abneigung, doch die außergewöhnlichen Umstände zwingen sie dazu, einander auf eine Weise kennenzulernen, die niemand freiwillig erleben möchte. Vor allem Dean entwickelt sich zu einer überraschend vielschichtigen Figur, deren Stärke nie übermenschlich wirkt, sondern aus ihrer eigenen Verletzlichkeit entsteht. Auch Cora macht eine glaubwürdige Entwicklung durch, wenngleich ihre emotionale Verarbeitung stellenweise etwas oberflächlicher wirkt, als es die Schwere der Ereignisse vermuten ließe.
Jennifer Hartmann gelingt es, mit ihrem flüssigen, eindringlichen Schreibstil eine Geschichte zu erzählen, die sich trotz ihrer düsteren Thematik kaum aus der Hand legen lässt. Die Handlung entwickelt einen regelrechten Sog, ohne dabei auf reinen Schockeffekt zu setzen. Stattdessen lebt der Roman von seinen Figuren, ihren inneren Konflikten und den moralischen Grauzonen, die immer wieder zum Nachdenken anregen. Einige Wendungen fühlen sich beinahe unerträglich an und lassen einen sich fragen, warum man überhaupt weiterlesen möchte ... und doch tut man genau das.
Nicht jeder Aspekt überzeugt gleichermaßen. Manche psychologischen Folgen hätten noch ausführlicher beleuchtet werden können, und gerade zu Beginn wirken einzelne Reaktionen weniger tiefgründig, als man es erwarten würde. Dennoch gelingt der Autorin insgesamt eine bemerkenswert sensible Balance.
Persönliches Fazit: "Still Beating" ist keine leichte Lektüre und aufgrund seiner belastenden Themen keinesfalls für jeden geeignet. Wer sich jedoch auf diese außergewöhnliche Geschichte einlässt und die Triggerwarnungen ernst nimmt, wird mit einem intensiven, herzzerreißenden und zugleich hoffnungsvollen Roman belohnt.
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Bibliografie:
Autorin: Jennifer Hartmann
Verlag: Blush Blanvalet
ISBN: 978-3734115127
Reihe: -
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 15.07.2026
Seitenanzahl: 416
Format: Print: 17,00 € / E-Book: 12,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja
Rezension: © RO, Sabrina
Grafik: © RO, Sabrina
Cover Original: © Blush Blanvalet Verlag

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