Filmkritik: The Witch Next Door

Bereit für einen neuen Hexen-Schocker?




Filmdaten

Originalname:
The Wretched

Start Deutschland: 13.08.2020
DVD: 28.01.2021
Genre: Horror, Thriller
Laufzeit: 95 Minuten
FSK: 16
Verleih: koch films
_____________________

Inhalt


Nach der Trennung seiner Eltern verbringt der rebellische Ben die Sommerferien in einer kleinen Küstenstadt. Doch das Leben in dem verschlafenen Örtchen ist alles andere als idyllisch. Denn nicht nur die neue Freundin seines Vaters und verwöhnte Altersgenossen machen Ben zu schaffen, sondern vor allem die Familie im Haus nebenan. Die ist nämlich besessen vom Geist einer jahrtausendealten, mächtigen Wald-Hexe, die es auf Kinder abgesehen hat und die über die Kraft verfügt, die Erinnerung an ihre Opfer auszulöschen. Da ihm niemand glaubt, begibt sich Ben ganz alleine auf einen Feldzug, um der Schreckensherrschaft der Hexe ein für alle Mal ein Ende zu setzen.

Drew und Ben Pierce haben mit THE WITCH NEXT DOOR einen cleveren und spannenden Horrorfilm geschaffen, der Erinnerungen an die großen Horror-Hits der Achtzigerjahre weckt. Im Zentrum der temporeichen Genre-Perle steht dabei eine Hexe, die man so amüsant und zeitgleich creepy selten im Kino erlebt hat. Fans von THE LOST BOYS oder FRIGHT NIGHT werden auch THE WITCH NEXT DOOR tief ins Herz schließen!

_____________________

Meinung von Julie


Zu Beginn lernen wir Megan kennen, die als Babysitterin jobbt und im Keller ihrer Geldgeber auf das personifizierte Böse trifft. Und da kommt auch schon der erste Schockmoment, der einen große Augen machen lässt. Holy shit! Die
Szene ist zwar inhaltlich für den weiteren Verlauf irrelevant, aber erzeugt schon mal eine gute Gruselgrundstimmung.


Weiter geht's einige Jahre später mit Ben, der damit klarkommen muss, dass seine Eltern sich getrennt haben. Den Sommer will er bei seinem Vater verbringen und ihm bei seinen Arbeiten am Hafen helfen. Alles wirkt entspannt und friedlich, bis Ben eines Tages merkwürdige Dinge im Haus nebenan bemerkt. Besonders auffällig verhält sich die Dame des Hauses. Ben versucht herauszufinden, was da drüben eigentlich los ist, und bringt sich dabei selbst in Gefahr.

Einige Szenen sind vom Gruselfaktor richtig gut gelungen, vor allem jene, in denen die Stimme der Hexe zu hören ist. Wenn sich eine normale weibliche Stimmklangfarbe plötzlich in eine düstere, tiefe verwandelt und das Ganze mit dramatischen Audio-Effekten verstärkt wird, kann das ziemlich angsteinflößend sein. Dann gibt es Filmpassagen, die nur so vor Ekel und Body-Horror strotzen. Wer einen sensiblen Magen hat, kommt sicherlich nicht gut bei weg. Hier wird weder an Blut noch an abgetrennten Körperteilen oder Gedärmen gespart.

Zarah Mahler hat ihre Rolle als Hexe großartig gespielt. Insbesondere die staksige, für Hexen fast typische Art des Gehens hat sie toll umgesetzt. Wohingegen Howard, der die tragende Schlüsselfigur verkörpert, zu unauffällig agiert und relativ blass daherkommt. Dass er psychisch angeknackst und kriminell geworden ist, merkt man kaum, und genau da hätte man mehr herausholen können. 

Das Szenenbild vermittelt den Eindruck eines abgelegenen Küstenstädtchens. Auch hier hat man sich eines Klischees und altbekannten Stilmitteln bedient und auf Isolation gesetzt, um den Handlungsraum möglichst klein zu halten, was für mich völlig okay ist und letztendlich gut zum Thema passt.

Die Musik ist manchmal etwas drüber und geht nicht mit den Bildern konform, die zeitgleich gezeigt werden. Show don't tell kommt hier zum Tragen, doch leider fühlt man nicht immer das, was die musikalische Begleitung in einem auslösen soll.

Fazit: Ein solider
Horrorfilm über einen Jungen, der es mit einer blutgierigen, kinderfressenden Waldhexe zu tun bekommt, die sich im Nachbarhaus einquartiert hat. Insgesamt nicht sehr originell und anspruchsvoll, kann jedoch mit einigen coolen Schockelementen und gelungenen Kameraeinstellungen punkten.


© Recensio Online
_____________________

Cast & Crew

Darsteller:  
 
John-Paul Howard
Piper Curda
Zarah Mahler
Jamison Jones u.a.

Regisseur:   

Brett Pierce
Drew T. Pierce

Produzent:   

Travis Cultreri
Chang Tseng
Ed Polgardy
Willis King u.a.

Drehbuch:  
 

Brett Pierce
Drew T. Pierce

Kamera:   

Conor Murphy

Musik:   

Devin Burrows

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für deine Nachricht!