Jutta Maria Herrmann - ... sonst tot

Aus Spiel wird lebensbedrohlicher Ernst!
 
Inhaltsangabe:

»Keine Polizei, sonst tot«.
Diese Nachricht findet Leo Münster auf dem Handy seiner verschwundenen Tochter Jule. Der Berliner Börsenmakler glaubt zunächst an einen schlechten Scherz. Doch dann meldet sich der Entführer mit einem Video bei ihm: Jule gefesselt und geknebelt in einem Kellerraum, auf ihrem Schoß ein Schild mit der Lösegeldforderung. 250.000 Euro soll Leo zahlen, wenn er Jule lebend wiedersehen will. Eine Summe, die ihn finanziell vernichten würde. Wer kann daran ein Interesse haben? Ein Geschäftspartner oder womöglich seine geschiedene Frau? Leo macht Jagd auf den Entführer, ohne zu ahnen, dass er bereits Teil eines perfiden Spiels ist, dessen Regeln er erst durchschaut, als es fast zu spät ist.

… SONST TOT ist 2014 erstmals im Knaur Verlag erschienen. Der Kompaktthriller wurde überarbeitet und mit einem neuen Cover versehen.
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Die bei ihrem Vater lebende 14-jährige Jule kommt von einer Shoppingtour nicht mehr zurück. Als ein Junge ihrem Vater Leo ihr Handy bringt, auf dem ein Foto der gefesselten Jule zu sehen ist, wird schnell klar: Sie wurde entführt. Kurz darauf bekommt Leo ein SMS mit den Worten: Keine Polizei, sonst tot. Doch untätig kann Leo nicht herumsitzen und auf die nächste Botschaft warten und so begibt er sich auf Spurensuche, um seine Tochter zu finden.

Wer sagt, dass eine gute Story viele Seiten benötigt? Der Thriller hat in geballter Form alles, was eine gute Erzählung braucht. Die Figuren sind plastisch, haben für die Kürze ausreichend Tiefe und Charakter. Während die Tochter die für ihr Alter typische trotzige Naivität aufweist, hat ihr deutlich älterer Freund mehr Erfahrungen im Leben, die ihm eine dunkle Note verleihen. Aber natürlich ist auch der Vater kein ungeschriebenes Blatt und man erfährt im Laufe der Handlung, was alles nicht so blütenweiß in seinem Leben verlaufen ist und wodurch er sich eventuell Feinde gemacht haben könnte, die ihm und seiner Tochter schaden möchten. Sehr eindrücklich und real wird hierbei die Angst des Vaters beschrieben. Nur in Sachen logisches Denken weiß ich nicht, ob ein Durchschnittsvater so taktisch vorgehen könnte, wenn etwas Wertvolles - wie das Leben des Kindes - auf dem Spiel steht.

Die einzelnen Kapitel sind im steten Wechsel von Jule und ihrem Vater erzählt. Die verschiedenen Sichtweisen und Gedankengänge der beiden verflechten sich gut miteinander und verleihen dem Ganzen zudem mehr Intensität. Der Schreibstil ist für eine Kurzgeschichte passend: klar, schnörkellos und direkt.

Persönliches Fazit: Der Thriller wurde in einem Rutsch verschlungen. Die Perspektivenwechsel in den kurzen Kapiteln sorgen für eine extreme Dynamik. Eine Geschichte, die einen immer wieder in die falsche Richtung lockt, einen hohen Spannungsbogen aufweist und mit einer dramatischen Wendung zu einem unerwarteten Ende führt. Da ich noch nie einen solch kurz gefassten Thriller gelesen hatte, kann ich das nur als gelungenes Experiment bezeichnen.
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Bibliografie:

Verlag: Knaur, dann selfpublished
ASIN: B087QKBCWL 
Reihe: -
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: Februar 2015
Überarbeitete Neuausgabe: April 2020
Seitenanzahl: 60
Format: E-Book: 0,99 €
Leseprobe: Blick ins Buch
Leseexemplar: Ja

Rezension: © RO, Darren Shan
Cover Original: Jutta Maria Herrmann


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