Interview mit: Andreas Gruber

Ich habe mir den Bestsellerautor geschnappt und ein bisschen zu seinem neuen Thriller ausgefragt.
 
Wird es wirklich der letzte Teil der beliebten Reihe sein? Und warum hat Andreas Norwegen als Schauplatz gewählt? Könnt ihr alles hier nachlesen.
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Am 13. September erscheint mit „Todesschmerz“ der 6. Teil der Sneijder-und-Nemez-Reihe. Wie fühlt sich das an? Bist du vor dieser Veröffentlichung genauso aufgeregt wie vor deiner ersten?

Ich hoffe, dass ich nie so abgebrüht sein werde, dass ich vor einer Veröffentlichung nicht nervös herum zapple. Egal, ob Kurzgeschichte oder Roman, ich fiebere immer mit der Veröffentlichung mit und warte gespannt auf die ersten Buchkritiken. Diesmal ist es mit „Todesschmerz – Maarten S. Sneijders 6. Fall“ noch dazu sehr heikel, weil mindestens eine Person aus seinem Team, das ich in den letzten fünf Bänden mühsam aufgebaut und zusammengestellt habe, sterben wird. Da bin ich schon sehr auf die Leserreaktionen gespannt, ob man mir diese Wendung verzeiht.
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Wie bereits bei den Vorgängern findet sich im Titel der gewisse Wiedererkennungswert: „Todes“. Wie entstand die Idee dazu?

Tatsächlich entstand die Idee mit den ähnlich klingenden Titeln der „Todes-Reihe“ tatsächlich erst bei Band zwei „Todesurteil“. Da sich Band eins „Todesfrist“ gut verkauft hat, bekam ich vom Goldmann-Verlag das Angebot, eine Fortsetzung zu schreiben. Band eins der Rache-Reihe „Rachesommer“ hatte sich ebenso gut verkauft. Auch da wollte Goldmann eine Fortsetzung, und man bot mir dafür gleichzeitig auch einen Vertrag an. Es wurde also ein Zwei-Buch-Vertrag für „Todesurteil“ und „Racheherbst“. Die Idee für den Seriencharakter der Titel kam damals tatsächlich vom Verlag, und zwar von Georg Reuchlein, dem damaligen Goldmann-Chef und meiner Lektorin. Mir gefiel dieser Gedanke, ich unterschrieb, und damit war der Grundstein dieser beiden Serien gelegt.
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Diesmal verschlägt es BKA-Profiler Maarten S. Sneijder und sein Team nach Norwegen, um dort den Mord an einer deutschen Botschafterin aufzuklären. Warum hast du dich für dieses Setting entschieden? Warst du schon mal in Norwegen?

In Norwegen war ich schon zweimal, zweimal in Dänemark und einmal in Schweden. Daher wollte ich die Handlung des nächsten Romans diesmal in den hohen Norden verlegen, wo es im Frühling noch Schneefetzen gibt, wo es kalt ist, die Sonne später untergeht und es eisige Küsten gibt. Ich fand die Idee gut, dass Sneijder und sein BKA-Team diesmal ins Ausland müssen, wo sie als beratende Beobachter zu einem Fall hinzugezogen werden. Daher auch der Mord an der deutschen Botschafterin Katharina von Thun in Oslo, direkt im Botschaftsgebäude. Das war die Ausgangssituation, um Sneijder dorthin schicken zu können. Natürlich müssen er und sein Team dann unter dem Radar der ortsansässigen Kripo auf eigene Faust ermitteln und machen sich damit mehr Feinde als Freunde.
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Innerhalb der Buchszene kommt immer mal wieder das Gerücht auf, bei „Todesschmerz“ handele es sich um den letzten Teil der Reihe. Ist das wahr?

Diese Gerüchte hat es schon bei Band 3 „Todesmärchen“ gegeben. Ich habe keine Ahnung, woher diese Gerüchte stammen. Nein, es stimmt nicht. Vielmehr ist richtig, dass „Todesmärchen“ als Band 3 die erste Trilogie abschließt und „Todeschmerz“ als Band 6 die zweite Trilogie abschließt. Die Schauspielerin Josefine Preuß, die die Sabine Nemez in den Sneijder-Verfilmungen spielt, hat kürzlich in einem Interview gespoilert, dass die Reihe auf insgesamt 9 Bände, also 3 Trilogien, ausgelegt ist. Ja, das stimmt.
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Hast du einen persönlichen Lieblingsteil?

Frag eine mehrfache Mutter nach ihrem Lieblingskind. In jeden Band habe ich mein Herzblut gesteckt, so viele Ideen reingepackt und die Bücher so konzipiert und geschrieben, wie ich es für richtig hielt. Also, ich kann dir diese Frage leider nicht beantworten. Allerdings kann ich dir Folgendes anbieten: Nach und auch während der Lesungen unterhalte ich mich oft mit dem Publikum, und da kristallisiert sich heraus, dass die Bände 1 (Todesfrist), 3 (Todesmärchen) und 5 (Todesmal) bisher am besten angekommen sind. Möglicherweise sind das die Highlights aus der Sicht der Leser.
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Du bist ein überaus erfolgreicher Autor und hast sehr viel erreicht, gibt es trotzdem noch etwas, das du dir für deine schriftstellerische Zukunft wünschst?

Ja, dass meine Bücher auch noch in zehn Jahren gelesen werden, und dass mir die Ideen nie ausgehen. Schriftsteller zu sein ist einfach der schönste Job für mich, den ich noch gern so lange wie möglich ausüben möchte. Das funktioniert aber nur, wenn die Leserschaft bereit ist, den Weg mitzugehen – das wünsche ich mir.
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Warum sollten die Leserinnen und Leser deiner Meinung nach „Todesschmerz“ kaufen?

Wenn ihnen die vorherigen Bände gefallen haben, dann wird ihnen „Todesschmerz“ vielleicht und hoffentlich auch gefallen. Jedenfalls ist es die konsequente Weiterentwicklung der ersten fünf Bände, und in diesem Buch werden die Weichen für die letzte Trilogie gelegt.
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Kannst du uns vielleicht noch ein Detail über „Todesschmerz“ verraten?

Da ich das Buch in der Rohfassung gestern Abend zu Ende geschrieben habe, also mit Epilog und allem Pi-Pa-Po, kann ich schon mal verraten, dass es – je nachdem, was meine Lektorin noch an Änderungsvorschlägen hat – mit über 600 Seiten mein bisher dickstes Buch sein wird.

Oha, dann bekommen wir also ordentlich was zu schmökern! Lieber Andreas, vielen Dank für deine Zeit. Wir stoßen am 13. September natürlich gemeinsam mit dir zur Veröffentlichung an und wünschen dann den Lesern deines neuen Thrillers viel Spaß! 
 
 

 
Übrigens kann man das Buch bereits in allen gängigen Shops und im Buchhandel vorbestellen.


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Header: © Stefan Poiss


 

1 Kommentar:

  1. Habe dein Interview vorhin auf FB gelesen und kommentiert und möchte mich auch hier nochmals dafür bedanken. Ich vermisse die Lesungen mit Andreas Gruber, den ich schon einige Male getroffen habe.
    Liebe Grüße
    Martina

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