Interview mit: Arno Strobel

Er ist aus den Bestseller-Listen nicht mehr wegzudenken: Arno Strobel ist einer von Deutschlands erfolgreichsten Thriller-Autoren. 
 
Franziska hat ihn auf einen virtuellen Kaffee eingeladen und ihn ein bisschen für euch gelöchert.

🎤 Du recherchierst für deine Thriller mit vollem Körpereinsatz. Für „Offline“ bist du beispielsweise mit einem Bergführer am Watzmann gewandert. Was war das Verrückteste, was du jemals für die Recherche eines Buches getan hast?
 
Das war wohl mein Badewannen-Erlebnis für „Die Flut“. Um das Gefühl beschreiben zu können, das man angesichts drohenden Ertrinkens haben muss, habe ich mich von einem Freund (einem VERTRAUENSWÜRDIGEN Freund!!) in der Badewanne mit dem Gesicht nach unten unter Wasser drücken lassen. Ich habe mit ihm abgemacht, dass ich ihm ein Zeichen gebe, wenn es eng wird, er dann aber noch ein paar Sekunden warten soll, bevor er mich wieder auftauchen lässt. Er hat es gnadenlos durchgezogen. Ich würde es nie wieder tun.

 
🎤 Eines deiner Hobbies ist das Lesen. Lässt du dich von anderen Autor/innen inspirieren?
 
Jede/r Autor/in ist ein Produkt seiner/ihrer Bibliothek. Das heißt, man schreibt letztendlich - meist unbewusst - in dem Stil, den man selbst gerne liest. Von daher inspirieren mich alle AutorInnen, die ich lese. An vorderster Front ist das wohl Stephen King.

 
🎤 Welches Buch hat dich in besonderer Weise beeinflusst und begleitet dich bis heute?
 
Das ist tatsächlich mein erstes eigenes Buch, Winnetou 1 von Karl May. Das Erlebnis des Kopfkinos, das ich im Alter von neun Jahren beim Lesen dieses Buches hatte, hat mich derart beeindruckt, dass ich von dem Moment an alles gelesen habe, was mir in die Hände fiel. So gesehen ist es Herrn May und seiner Gabe der bildhaften Beschreibung von Orten und Landschaften, in denen er selbst nie war, zu verdanken, dass ich heute Autor bin.

 
🎤 Du bist sehr aktiv in den sozialen Netzwerken und gewährst deinen Fans hin und wieder Einblicke in dein Privatleben. Das ist mit sehr viel Arbeit und Vorbereitung verbunden, zeigt aber auch, wie wichtig dir die Nähe zu deinen Leser/innen ist. Was ziehst du für dich aus diesen Begegnungen?
 
Meine Leser/innen sind natürlich mein Kapital. Ohne sie könnte ich mir die Finger wundschreiben, es würde mir nichts nutzen. Aber das ist nur ein Aspekt.
Ich liebe einfach den Kontakt zu Menschen und bin immer neugierig auf neue Begegnungen, denn von jedem neuen Kontakt und von jedem Gespräch, und sei es auch noch so kurz, nehme ich mir etwas mit. Meiner Leser*innen sind für mich nicht nur der Gradmesser dafür, wie meine Bücher ankommen, sondern auch immer wieder Menschen, die ich kennen lernen darf und die mich bereichern.

 
🎤 Gibt es etwas Außergewöhnliches, dass du unbedingt mal machen möchtest?
 
Wo soll ich anfangen? 
Begegnungen: Ich würde mich gerne einmal mit dem Dalai Lama unterhalten und mit Barak Obama.
Adrenalin: Ich würde gerne in einem Kampfjet mitfliegen und in einem Formel1-Boliden fahren.

 
🎤 Müsste ich mich entscheiden, welches deiner Bücher mein Lieblingsbuch ist, könnte ich mich nicht auf einen einzigen Titel festlegen. Gibt es ein Werk, das dir besonders am Herzen liegt - und wenn ja, warum?
 
Grundsätzlich geht es mir auch so, dass ich keines meiner Bücher hervorheben kann, denn einzelne sich hat etwas, das es für mich einzigartig macht. Dennoch gibt es drei Bücher, die etwas herausstechen.
„MAGUS - Die Bruderschaft“, weil es mein erstes Buch in einem Publikumsverlag war.
„Der Trakt“, weil es nicht nur mein erster Psychothriller, sondern auch mein erster Bestseller war.
„Offline“, weil es meine erste Nummer eins in der Spiegel-Bestsellerliste war.
Momente, die mich sehr bewegt haben.

 
🎤 Am 24.03. erschien dein neuer Thriller „Mörderfinder“. Wenn du ein Skript abschließen und aus der Hand geben musst, schwingt in diesem Moment etwas Wehmut mit? 
 
O ja, bei jedem einzelnen Buch. Wobei – es ist immer eine ambivalente Sache. Einerseits freue ich mich, dass ich wieder ein Projekt erfolgreich abgeschlossen habe, andererseits muss ich immer einige Figuren, die mir beim Schreiben ans Herz gewachsen sind, loslassen, um mich neuen Geschichten widmen zu können. Ein Abschied, der nicht leicht fällt.

 
🎤 „Mörderfinder“ ist der erste Band einer neuen Thriller-Reihe. Planst du Figuren und Handlungsstränge, die sich durch die verschiedenen Bände ziehen, grob im Voraus, oder lässt du dich beim Schreiben selbst davon überraschen, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln?
 
Wenn ich mit dem Schreiben beginne, habe ich eine Grundidee, einen Anfang und das Ende im Kopf. Alles andere müssen meine Protagonisten während des Schreibprozesses entscheiden.

 
🎤 Was erhoffst du dir von der Zukunft? Gibt es berufliche und private Ziele, die du noch erreichen möchtest?
 
Ich habe schon weitaus mehr erreicht, als ich es noch vor ein paar Jahren für möglich gehalten hätte und hatte in vielerlei Hinsicht ein geradezu unfassbares Glück.
Beruflich habe ich eine tolle Basis an Leserinnen und Lesern, die mir bei jedem Buch die Treue halten, und einen Verlag, bei dem ich mich rundum wohlfühle.
Privat habe ich mit Nina „meinen“ Menschen gefunden, der mich in jeder Beziehung versteht unterstützt und mit dem ich eine traumhaft harmonische Beziehung führe.
Ich bin ein glücklicher Mensch und hoffe, dass dieser Zustand noch möglichst lange anhält.

 
🎤 Für wen ist „Mörderfinder“ geeignet? 
 
Mörderfinder ist keine leichte Kost, soviel vorab. Max hat es in seinem ersten Fall als Privatermittler mit einem Täter zu tun, der nach sechs Jahren Pause wieder beginnt, kleine Mädchen zu entführen. Ein Thema, dass vor allem denen, die selbst Kinder haben, unter die Haut gehen wird. Aber – und das ist mir sehr wichtig – ich habe auf Beschreibungen von Misshandlungen jeglicher Art absolut verzichtet, weil ich der Meinung bin, dass das definitiv nicht sein muss, um den Schauer zu erzeugen, den man beim Lesen von Psychothrillern und Thrillern gerne haben möchte. Ich mache Andeutungen, ja, aber den Rest überlasse ich der Fantasie der Leserinnen und Leser.
Ich bin mir recht sicher, dass der erste Mörderfinder „meinen“ Leserinnen und Lesern gefallen wird. Meine Marketing-Ansprechpartnerin beim Fischerverlag erklärte Mörderfinder sogar zu meinem bisher besten Buch.
Ich bin sehr gespannt, was meine Leser/innen dazu sagen werden und wünsche allen spannende Stunden mit dem neuen Max Bischoff.
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Original Profilbild: © Gaby Gerster
Grafik: © Recensio Online
 

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