[Rezension] zu: Robert Louis Stevenson - Die Schatzinsel (Hörspiel)






Verlag: der Hörverlag
Original-Verlag: -
Gesprochen von: Ulrich Noethen, Ulrich Pleitgen, Udo Wachtveitl

Laufzeit: knapp 4 Stunden
Preis: 19,99 € 
Altersempfehlung: -
ISBN:
978-3-8445-1591-6
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2014
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Bewertung: 5/5




Der Jugendliche Jim Hawkins findet eine vergilbte Karte einer Insel, auf der der Schatz des allgemeinhin berüchtigten Piraten Captain Flint vergraben sein soll. Für die Expedition wird Hawkins angeheuert, der als Schiffsjunge auf der "Hispaniola" mitreist. Doch die mutigen Männer und ihr abenteuerlicher Kapitän Smollett sind nicht allein an Bord: Piraten haben von dem wertvollen Schatz Wind bekommen und sich an Bord geschmuggelt. Ein tödliches Wettrennen beginnt ...
 
 ***

Erstmals 1883 erschienen, gilt Die Schatzinsel längst als Klassiker. 
 

SO haben Sie die SCHATZINSEL noch NIE gehört! – "Dukaten, Dukaten!"

„Ich habe schon eine Reihe anderer Bücher angefangen, aber an keines habe ich mich je mit mehr Behagen gesetzt. Das ist nicht verwunderlich, denn verbotene Früchte schmecken bekanntlich besonders süß. Hier berühre ich einen schmerzlichen Punkt. Ohne Zweifel gehörte der Papagei einst Robinson Crusoe, ohne Zweifel wurde das Skelett von Poe überliefert. Das stört mich aber wenig ...“ So beschreibt Robert Louis Stevenson die Entstehungsgeschichte seines berühmtesten Romans, die in diesem Hörspielereignis Teil des Ganzen ist: brillant inszeniert, authentisch orchestriert und grandios gesprochen. Da entstehen die "Schatzinsel"-Bilder von ganz allein im Kopf.



" ... sein linkes Bein war zwar knapp unterhalb der Hüfte amputiert und unter der linken Schulter trug er eine Krücke, die er äußerst geschickt handhabte - er hüpfte damit rum wie ein Vogel -, aber das konnte nicht der Gesuchte sein."
 
 


Dieses Hörspiel ist ... großartig, fantastisch, ganz schön lang! ;)


Es bestehen natürlich Ähnlichkeiten mit Daniel Defoes Roman. War nicht anders zu erwarten und wäre doch seltsam, wenn nicht. ;) 

Wer hat als Kind nicht von einer Schatzkarte geträumt, war auf Geburtstagen nicht mit Begeisterung auf einer Schatzsuche durch Wald und Gestrüpp und hat sich nicht auf eine Schatzinsel gewünscht? (als Bücherliebhaberin hätte ich natürlich jede Menge Lesestoff dabei, klar!) 

Wie gewohnt geht es auch in diesem Klassiker für Kinder und Jugendliche darum, zahlreiche wagemutige Abenteuer zu bestehen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem legendären Piratenschatz von Captain Flint. 

Das schön gestaltete Booklet enthält viele Hintergrundinformationen für den Hörer wie zum Beispiel einen Text über die Entstehung des Hörspiels sowie kurze Steckbriefe über die Sprecher, den Regisseur und den Autor. Fotos der einzelnen Sprecher und Gruppenfotos runden das Booklet schließlich ab.

Der Erzählstil ist beinahe filmisch (gibt es das Wort?), wahrlich pompös inszeniert. Es wird meistens aus der Ich-Perspektive aus der Sicht des jungen Jim erzählt. Lediglich einige kurze Passagen stammen von Dr. Livesey und Mister Trelawne.

Die Hintergrundmusik und Geräusche passen wunderbar zum Gesprochenen. Alles wirkt grandios geplant und umgesetzt. Ich weiß, dass ich hier die ganze Zeit schon schwärme, aber man muss dieses Hörspiel wirklich erlebt haben!

Das Cover der CDs finde ich gut gelungen. Es passt absolut zum Inhalt.




Fazit: 

Die Verknüpfung von Abenteuer-Hörspiel und Dokumentation sowie die herausragende Leistung der Sprecher sind absolut lobenswert!




Ich vergebe 5 von 5 Sternen-Punkte










Robert Louis Stevenson (Autor)

Robert Louis Stevenson kam am 13. November 1850 in Edinburgh zur Welt. Er studierte erst Maschinenbau, dann Jura, erkrankte an Tuberkulose und verließ seine Heimat, weil ihm das Klima nicht bekam. Stevenson reiste um die Welt, liebte die Südsee und arbeitete als Schriftsteller. Er schrieb Essays, Gedichte, Reisebücher und Romane. Für seinen Stiefsohn Lloyd zeichnete er die Karte einer Insel und dabei fiel ihm die Geschichte „Die Schatzinsel“ ein. Er schrieb sie auf und las Lloyd jeden Nachmittag vor, was er am Morgen geschrieben hatte. Das fertige Buch erschien 1883. Es wurde mehrmals verfilmt. Die letzten Jahre lebte Robert Louis Stevenson in Samoa. Dort starb er mit nur 44 Jahren Ende 1894.

Sprecher

Ulrich Pleitgen, 1946 in Hannover geboren, war 20 Jahre lang einer der renommiertesten deutschen Bühnendarsteller, bevor er sich Ende der 80er Jahre ganz Film und Fernsehen verschrieb. 1994 wurde er mit dem Bambi ausgezeichnet.

Ulrich Noethen, geboren 1959 in München, ist ein vielseitiger Schauspieler, der den Bösewicht genauso überzeugend verkörpert wie den gutmütigen Kinderstar. Das junge Publikum kennt Ulrich Noethen als Herr Taschenbier in der Verfilmung der Sams-Bücher und als Vater Bernhard in den Bibi Blocksberg-Filmen. Mit seiner melodiösen, warmen Erzählstimme hat er viele Hörbücher gesprochen. Nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Darstellende Kunst in Stuttgart, spielte er auf vielen Bühnen klassische und moderne Rollen. In den letzten zehn Jahren war er zunehmend und mit großem Erfolg als Filmschauspieler tätig. Er wurde u.a. mit dem Goldenen Löwen, dem Bayerischen Filmpreis und dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

Udo Wachtveitl, 1958 in München geboren, ermittelt seit 1991 als Hauptkommissar Franz Leitmayr im Münchener "Tatort". 2001 erhielt er dafür den Bayerischen Fernsehpreis. Seine Stimme ist zudem durch zahlreiche Dokumentationen und Hörbücher bekannt und beliebt.


Leonhard Koppelmann (Regisseur)

Leonhard Koppelmann, geboren 1970 in Aachen, führte 1996 zum ersten Mal bei einem eigenen Hörspiel Regie. Seitdem arbeitet er als freier Hörspielautor und als Theater- und Hörspielregisseur. So sind inzwischen unter seiner Regie über 200 Hörspiele entstanden, z. B. "Maria, ihm schmeckt's nicht" sowie "Drachensaat" von Jan Weiler, "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne, "Baudolino" von Umberto Eco, "Die Forsyte-Saga" von John Galsworthy und – hochgelobt – "Wassermusik" von T. C. Boyle und "Doktor Faustus" von Thomas Mann, die alle im Hörverlag erschienen sind. In seinen Inszenierungen stehen vor allem die Schauspieler im Mittelpunkt, mit ihnen arbeitet er intensiv die individuellen Qualitäten der verschiedenen Autoren aus. So entstehen äußerst vielfältige und höchst verschiedenartige Produktionen unter seiner Regie.

Heinz Sommer (Bearbeiter)

Heinz-Dieter Sommer studierte in Freiburg im Breisgau u. a. Musikwissenschaft. Er promovierte 1983. Seit 1995 ist er Hörfunkdirektor des Hessischen Rundfunks. In den Jahren 2007 bis 2011 war er außerdem Präsident der Radioversammlung der Europäischen Rundfunkunion und Vorsitzender des Radio Committees. Heinz-Dieter Sommer verfasste bereits zahlreiche Arbeiten für und über das Radio. Beim Hörverlag sind seine Hörspielfassungen der Romane "Leo Kaplan" von Leon de Winter und "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson unter der Regie Leonhard Koppelmanns erschienen.


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